wenn frau einen heiratsantrag macht

Sonntag, 19. Februar 2017

Wir kennen sie alle - die hoffnungslos romantische Vorstellung eines Heiratsantrages, wie ihn sich nahezu jede Frau ausmalt und wünscht - der Angebetete sucht sich in einem gemeinsamen Urlaub irgendwo südlich der Erdhalbkugel die wohl atmosphärischste Location bei einem märchenhaften Sonnenuntergang aus, macht einen theatralischen Kniefall, im Hintergrund ist das majestätische Rauschen der Wellen des Ozeans zu hören und er stellt dabei andächtig die Frage aller Fragen.
Die Frau bricht in Tränen aus, ist gerührt und haucht die fast lautlose Antwort.


Genau so habe ich mir einen Heiratsantrag eigentlich auch immer gewünscht, habe jedoch ziemlich schnell die Realität wieder ins Boot geholt - zumal es doch irgendwie immer anders kommt, als man denkt.
Wenn ich einige Jahre zurückdenke und damalige Zitate meinerseits reflektiere, kommen mir spontan diese beiden in den Sinn: "Wenn mir der Mann keinen Antrag macht, heirate ich ihn nicht!", "Heiratsanträge zu machen ist Männersache!".



Bevor ich meinem Mr.Insane die Frage aller Fragen gestellt habe, habe ich parallel dazu in einigen Internet Foren über das Thema "Frau macht den Heiratsantrag" gelesen und nachdem die Fraktion der selektiven Kampfemanzen verlauten ließ, "dass man hierbei doch "traditionell" bleiben, den Mann Mann sein lassen und ihm den Antrag überlassen soll", es als "ober peinlich" gilt, als Frau dem Mann einen Heiratsantrag zu machen und obwohl "Es allerdings sein könnte, dass dies dann weniger romantisch geschieht, sondern einfach weil die Frau praktisch und pragmatisch ist und die Hosen an hat", war mir eines klar: ich mag in der Hinsicht für einige Mitstuten vielleicht als ober peinlich gelten, die Pro-Antrags-Entscheidung war parallel dazu entgegen meiner Wunsch/Traum-Vorstellung und dennoch war ich mir vollkommen sicher: genau JETZT fühlt es sich richtig an. Nicht morgen oder übermorgen. Nicht in 3 Jahren und nicht in 10 Jahren. Genau JETZT.
Schlicht und ergreifend machte es für mich keinen Sinn darauf zu warten, dass genau das Szenario eintritt, welches man sich im Kopf zusammen gesponnen hat, noch wollte ich entgegen meiner eigenen Intuition handeln, die mich selbstsicher anlächelte und fragte, worauf ich eigentlich noch warte.


Traditionswerte und veraltete Sichtweisen hin oder her: im Endeffekt ist es vollkommen wurscht, wer denn nun tatsächlich den nächsten Stein der Beziehung ins Rollen bringt oder eben nicht; es geht einzig und allein darum, zusammen in dieselbe Richtung blickend einer gemeinsamen Zukunft entgegen zu treten und sich dessen sicher zu sein, seinen Lebenspartner gefunden zu haben und ganz ohne Bedenken und Furcht einem Leben als Einheit/Familie zu begegnen.
Mädels, traut Euch! Wir leben mittlerweile immerhin im 21. Jahrhundert!


Einen wirklichen Kopf darüber, ob er nun freudig ja sagen oder erschrocken und niederschmetternd verneinen würde, habe ich mir übrigens zu keinem Zeitpunkt gemacht.
Klingt ziemlich selbstsicher, nicht wahr?
Im Endeffekt habe ich schlicht und ergreifend meiner Intuition vertraut und war mir sicher, dass wir beide und vor allem unsere Beziehung dazu bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen.

Salopp gesagt beläuft sich diese Angelegenheit auf Topfschlagen im Minenfeld und ist daher besonders für die Pragmatiker unter uns geeignet: immerhin gibt es nur zwei Antwortmöglichkeiten.
In den Kopf des anderen zu sehen vermag nicht mal die stärkste emotionale Verbindung - ein "ja" wäre das Ultimo, ein "nein" muss man ebenso einstecken können. 
Wenn Du Dir genau diese beiden Möglichkeiten vor Augen führst, kann munter in den Kampf gestöckelt werden - glaube mir.


Seine Antwort auf die Frage, ob er irgendwann auch mein rechtmäßig angetrauter Mr. Insane sein möchte, war im Übrigen nach kurzzeitiger Sprachlosigkeit, einem doch sehr interessanten Blick und des direkten tauschens der Ringe: "mmmmh". Kann man gelten lassen.

Wer hat in Eurer Beziehung den Heiratsantrag gemacht?
Wie steht Ihr zu den vorgegebenen Traditionswerten, die den Heiratsantrag vom Mann an die Frau vorsehen?

Kommentare:

  1. Mein Freund hat mir letztes Jahr im September einen Antrag gemacht. Darüber war ich auch sehr froh. Ich bin da schon altmodisch und hätte den Antrag selbst wohl nie gemacht.
    Ich finde es allerdings keinesfalls schlimm, wenn die Frau die Frage stellt. Ich wünsche euch alles Gute :)

    Liebe Grüße
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr schön, das freut mich für Dich (:

      So habe ich auch lange gedacht, nur hat sich mit der Zeit meine Sichtweise zu dem Thema gewandelt.
      Diese "geschlechterspezifischen", gesellschaftlichen "Aufgaben" haben mich schon immer gestört. Nachdem sich mein Mr. Insane dann sichtlich darüber gefreut hat, wurde alles richtig gemacht (:

      Dankeschön (:

      Löschen
  2. Also meiner Meinung nach ist das weder peinlich noch sonst irgendwas, wenn die Frau diese Frage stellt. Ich hab zwar einen Antrag bekommen (sogar am Meer, aber ohne Sonnenuntergang oder Kniefall), aber hätte mir auch gut vorstellen können, selbst einen zu machen. Warum auch nicht? Wir leben im Jahr 2017, da können wir ja hoffentlich alle tun was wir wollen :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da habe ich mein Beispiel ja passend gewählt :D
      Sehr schön, das freut mich (:

      Sehe ich genauso. Daher hat sich die Frage für mich nicht gestellt, ob ich das nun mache oder nicht. (:

      Löschen
  3. Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Verlobung!
    Eine Freundin von mir hat ihrem jetzigen Mann auch den Heiratsantrag gemacht - ich finde es völlig wurscht, wer fragt, solange man vorher schonmal geklärt hat, dass der Partner generell heiraten möchte (und sich nicht beim Antrag herausstellt, dass er/sie die Einstellung "Heiraten ist Schwachsinn" vertritt :D)

    Schon ziemlich zu Anfang unserer Beziehung habe ich mich mit dem Liebsten mal über das Thema unterhalten und er meinte, dass er mal den Antrag machen möchte - ich hätte auch nichts dagegen gehabt, es selbst zu machen, lasse ihm aber seinen Wunsch, er darf :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Dir Hana (:

      Das ist korrekt. Das haben wir (glücklicherweise) vorher auch abgeklärt, ob Hochzeit und Familie generell ein Thema ist und es war klar, dass es früher oder später so kommen soll.
      Am Ende hätte das dann tatsächlich bitter böse in die Hose gehen können.

      Das ist doch schön, wenn der eine Part dann direkt kommuniziert, dass er den Antrag machen möchte und auch darf. Wenn man damit allgemein direkt so offen umgeht, würden wahrscheinlich nicht so viele Mädels auf Kohlen sitzen, weil ihr Freund a) nie heiraten will oder b) insgeheim selbst auf einen Antrag wartet. (:

      Löschen
  4. Meiner Ansicht nach dürfen Frauen auch gerne ihre Männer einen Antrag stellen. Ich meine wieso nicht. Wir sind alle Menschen. Es wird leider immer noch zu sehr auf die Geschlechter reduziert und deren geschellschaftliches Schubladendenken. Ich als Gehörlose werde auch immer damit konfrontiert. Die allerwenigstens können damit umgehen. Heiraten möchte ich nie, mir graut es einfach davor. Selbst wenn ich dieses Jahr 25 Jahre alt werde, hatte ich noch nie einen Freund und für die weitere 20 Jahre habe ich auch gefühlt kein Bedürfniss. Mein Kind reicht mir und sie allein erfüllt mein Leben.
    LG

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie sagt meine Mutter immer so schön "alles unter 30 ist noch kein Alter". Daher können sich Sichtweisen immer mal nochmal ändern.

      Generell vertrete ich dieselbe Ansicht - geschlechterspezifische Rollenverteilung war auch noch nie mein Fall. Gleichberechtigung gilt bei mir in allen Belangen, egal wie klein der Teil noch sein mag.
      Daher kann ich mittlerweile meine Sichtweise von damals, alla "der Mann MUSS mir einen Antrag machen" in keinster Weise mehr nachvollziehen.
      Natürlich wäre es schön gewesen, selbst einen Antrag zu bekommen und es hätte mich wahnsinnig gefreut - jedoch kommt es eben doch immer anders als man denkt.

      Aber es freut mich, dass Dir Dein Kind gibt, was Du brauchst und Dich glücklich macht. Glück ist ohnehin mehr wert, als alles andere (:

      Löschen
  5. Ich habe im Dezember '16 meinen Antrag bekommen. Traditionell mit Kniefall und wunderschönen Ring.
    Hab immer gedacht das ich super glücklich anfange zu weinen aber erstaunlicherweise gar nicht. Ich hab es insgeheim gewusst da er ne Stunde davor schon rumgedruckst hat ��
    Ich konnte es so wenig fassen als er mich fragte das ich schlicht und ergreifend ja sagte und ihn sofort gefragt habe an welchen Finger der Ring soll und ob es ihm gut geht weil ich ihn so aufgeregt noch nie gesehen habe.

    Zurück zur Frage. Ich habe mich 3. Wochen vor dem Antrag von ihm auf einen meinerseits innerlich vorbereitet. Habe im Internet recherchiert und meine Gefühlslage versucht zu beruhigen doch es hat widerzuerwarten nicht geklappt. Für mich war dieser Antrag nochmal ein unglaublicher liebesbeweis von ihm den ich doch innerlich brauchte.

    Alles liebe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist natürlich etwas gemein, wenn man schon etwas ahnt, obwohl der andere Part das eigentlich total überraschend machen wollte und sich dann verrät.
      Ich hatte mich da glücklicherweise vollkommen im Griff - Mr Insane war komplett ahnungslos (:

      Was genau hat dich daran gehindert, dann selbst den Antrag zu machen?

      Löschen
  6. Hallo! Da irgendwie in allen Blogs, in denen ich so herumstöbere, das Hochzeitsfieber ausgebrochen ist, gebe ich jetzt auch mal meinen Senf dazu.
    Da ich so romantisch bin wie Gammelfisch, Hochzeiten und das Riesenbohei, das darum gemacht wird, generell gräßlich finde und auch die Einstellung vertrete, daß die Ehe eine total überholte Form der Lebensgemeinschaft ist, habe ich meinem Mann natürlich keinen Heiratsantrag gemacht.
    Meine Ansichten waren ihm durchaus bekannt. Hat ihn aber nicht abgeschreckt, mir einen zu machen :D

    Romantisch - also Rosengedöns und Kniefall und so'n Zeug - war sein Antrag glücklicherweise nicht. Wir saßen auf'm Sofa nebeneinander, unser damals zwei, drei Monate altes Töchti zwischen uns, und jo, dann hat er das Thema halt mal angesprochen.
    Wir haben dann ein paar Monate später ohne viel Tamtam geheiratet - im engsten Familien- und Freundeskreis und nur die Leute eingeladen, die wir auch wirklich dabei haben wollten.
    Es war einfach eine Hochzeit, die zu uns passte. Letztendlich sind Hochzeiten nichts anderes als Vertragsabschlüsse, die u.a. steuerliche Vorteile bringen. Ansonsten ändert sich nix - besonders, wenn man vorher schon zusammenlebte.

    Hält immerhin schon 18 Jahre, war also nicht die schlechteste Entscheidung, wenigstens dieses eine Mal meine Ansichten zur Ehe zu überdenken ;)
    Viele Grüße und Dir und deinem zukünftigen GG alles Gute,
    Ursula

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist manchmal scheinbar irgendwie der Lauf der Trends.
      Seit ungefähr zwei oder drei Jahren ist es definitiv der Hochzeitstrend und Kindertrend. Das überlebst Du :D

      Immerhin hast Du diese pragmatische Denkweise kontinuierlich beibehalten - obwohl Du Dich schlussendlich dann doch anders entschieden hast; sei es im Endeffekt vielleicht eher praktischer Natur gewesen. Und doch bis Du nun verheiratet.

      Als lediglichen Vertragsabschluss würde ich es dann jedoch definitiv nicht sehen - zum Eheversprechen gehört dann doch wesentlich mehr.
      Natürlich unterzeichnet man schlussendlich auf dem Stück Papier, auf dem die Ehe seine Formalität hat, jedoch ist es viel mehr ein verbindlicheres Zusammensein und nicht letztlich ein vollkommener Vertrauensbeweis; immerhin, wenn man den alten Sichtweisen folge leistet, soll eine Ehe bis der Tod einen scheidet aufrecht erhalten werden und einmalig geschlossen werden. Genau dies ist das Ziel.

      Dankeschön (:

      Löschen
  7. Meiner macht zwar keinen, aber er würde meinen auch nicht annehmen, da er ihn selbst machen möchte. Das hat er schon das ein oder andere mal gesagt^^ Aber ich freue mich sehr für euch :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der kommt bestimmt noch (:

      Dankeschön Antonia (:

      Löschen
  8. Topfschlagen im Minenfeld... wie alles im Leben :D
    Sehr schöner Beitrag und ich freue mich so für euch ♥

    AntwortenLöschen
  9. Glückwunsch zur Verlobung!
    Das ist ein wirklich schwieriges Thema. Einerseits find ichs klasse, dass du einen Antrag gemacht hast und damit dieses absolut sinnlose Tabu in Zeiten der Gleichberechtigung gebrochen hast - Andererseits habe ich sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, in Sachen Beziehung aus der Rolle zu fallen und habe deswegen gar keine Lust mehr, Typen nach Dates zu fragen oder gar irgendwann den Heiratsantrag zu machen. Viele Kerle sind schon alleine mit meiner untypischen Studienwahl und Hobbies überfordert...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank (:

      Womöglich liegt es hierbei schlichtweg an dem Raster Mann, dem Du da in der Vergangenheit "erlegen" bist.
      Es gibt durchaus viele Männer, die starke, unabhängige und initiativfreudige Frauen favorisieren und ebenfalls von den alt hergebrachten "Werten" nichts halten.

      Daher hattest Du in dieser Hinsicht schlicht nicht den passenden Partner für Dich gefunden, der sich mit Deinen Ansichten und Werten auf Augenhöhe befindet.
      Demnach hast Du in diesem Fall auch keinen wirklichen Verlust gemacht und wirst sicher auch noch den Mann finden, der mit selbstbewussten Frauen umgehen kann. (:

      Löschen
    2. Danke für die aufmunternden Worte und euch beiden alles Gute!

      Löschen
  10. Ja ein mmmmh kann mal absolut gelten lassen :)
    Und ich finde das toll, dass die Frau den Antrag macht, Tradition hin oder her. Obwohl ich gestehen muss, dass ich mich (noch) nicht so recht trauen würde. Ich hab am Anfang der Beziehung immer gesagt, dass ich nicht unbedingt heiraten muss. Mittlerweile denke ich anders und da weiß ich nicht, wie er so reagieren würde :D
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen