fotografie: freigestellte objekte

Freitag, 28. November 2014

Oft wurde ich von Euch bereits in der Vergangenheit gefragt, wie und vor allem mit welchem Equipment ich meine Produktfotos mit weißem Hintergrund schieße und wie sie schlussendlich bearbeitet werden müssen, um perfekt zu werden.

Heute steigen wir zusammen ein wenig tiefer in die Materie ein und ich zeige und erkläre Euch, wie man folgendes Ergebnis mit möglichst wenig Zeitaufwand erzielt.
Zuerst zeige ich Euch den Vorgang am Beispiel dieser Eule. Später widmen wir uns dem Beauty Shooting.



Die Eule wirft hierbei nur an der Unterseite einen leichten und natürlichen Schatten, der sich nicht vermeiden lässt und insgesamt sogar ziemlich nützlich ist, denn somit wirkt das Bild plastischer.
Von oben, sowie von beiden Seiten wird das Licht optimal reflektiert, sodass keine Schatten nach hinten oder zur Seite geworfen werden.


Das Equipment

Um an gleichmäßig reflektierendes Licht zu denken und das Objekt somit gut und möglichst schattenfrei ausleuchten zu können, ist allerdings eines esentiell: das Eqiupment.

Optimal für ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Objekt wäre natürlich ein Lichtzelt, bei dem von beiden Seiten und frontal beleuchtet wird.
Insgesamt werden also zwei bis drei Lichtquellen benötigt.
Die Seitenwände des Lichtzeltes sind leicht transparent und haben denselben Effekt wie Softboxen - sie lassen das Licht weicher hindurchscheinen und verteilen es besser.

Ich hingegen habe mir aus ganz einfachen Dingen ein eigenes, weitaus genialeres Konstrukt gebastelt, das nur eine einzige Lichtquelle anstelle von Dreien benötigt.


Mein "Lichtzelt" besteht lediglich aus vier weißen und undurchlässigen Leinwänden, die überall sehr günstig zu bekommen sind.
Anschließend bilden zwei DinA3 Blätter aus einem Schul-Zeichenblock meinen faltenfreien Hintergrund.
Der Aufbau hierbei ist das Entscheidende.
Jeweils an der Rückseite, auf die das Blatt Papier geklebt wird und an den beiden Seiten werden die weißen Leinwände platziert. Somit wird das Objekt einmal ringsherum mit Licht versorgt.
Die entscheidende Leinwand wird allerdings über dem Objekt platziert; somit wird das Licht auch von oben reflektiert.
Anschließend wird das Objekt einfach nur noch frontal mit einer Tageslichtlampe mit kaltem Licht von leicht oben beleuchtet und siehe da, wir haben eine gleichmäßige Ausleuchtung des Objektes.


Fotoequipment

- Nikon D5100 Spiegelreflex Kamera
- Nikkor 18 - 55 mm Objektiv
- Tageslichtglühbirne von Philips, Farbtemperatur 6500 Kelvin
- Ikea Schreibtischlampe

Was ich allerdings zur verwendeten Kamera sagen muss, obwohl ich es nicht gerne sage: mit einer Spiegelreflex Kamera ist man hierbei am besten beraten.
Nicht nur, weil sie eine bessere Optik und Schärfe bietet, sondern vor allem dahingehend, dass nahezu alles manuell eingestellt werden kann und die Lichtverhältnisse optimaler angepasst werden können.

Mit einer normalen Digitalkamera funktioniert dies zwar auch, ist allerdings vom Bearbeitungsaufwand wesentlich intensiver, da Schatten wesentlich härter eingefangen werden und die Tiefenunschärfe, die den Hintergrund so flüssig macht, nicht gegeben ist!


Bildbearbeitung

Kommen wir nun allerdings zum nicht weniger interessanten Teil - nämlich der Bildbearbeitung.
Auch hierbei wollen wir natürlich möglichst wenig Aufwand und dennoch perfekte Ergebnisse.

Als erstes öffnen wir dazu unseren Photoshop (oder die kostenlose Variante gimp2, die ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielt!) und erstellen eine neue Ebene über dem Hintergrund.
Anschließend wählen wir die Option "Bild", wählen die "Korrekturen" und wählen die "Tonwertkorrektur" aus.
Die Tonwertkorrektur ist eine absolute Geheimwaffe, die uns nahezu alle Arbeit abnimmt.

Schließlich öffnet sich dieses Diagramm, das im Normalfall sehr deutlich zeigt, was korrigiert werden muss.
Da wir allerdings möglichst wenig Arbeit haben wollen, wie bereits erwähnt, lassen wir die Korrektur von Photoshop vornehmen und wählen "automatisch".
Auf diesem Bild könnt ihr bereits das fertige Foto sehen, wie Photoshop es korrigiert anbietet.
Lediglich den weißen Anteil (im Diagramm der rechte Pfeil) muss noch ein wenig weiter nach links verschoben werden, sodass eine komplett weiße Hintergrundfläche entsteht.




Fotos von/mit Beautyprodukten
Das wichtigste eines Beautyblogs ist natürlich - korrekt - die optimale Darstellung der Beautyprodukte, die man vorstellen möchte.
Das Verfahren der Fotografie und der Bildbearbeitung sind weitestgehend gleich der Objektfotografie.
Einzige Schwierigkeit ist hierbei nur, sie farbecht zu präsentieren.
Auf einem weißen Hintergrund gelingt dies übrigens besonders simpel, da die Farbe selbst im Fokus steht.


Erneut erstellen wir eine neue Ebene, wählen die Option "Bild", den Unterpunkt "Korrekturen" und nehmen uns wieder die "Tonwertkorrektur" zur Hand.

Wieder lassen wir sie automatisch arbeiten, passen die weiße Hintergrundfarbe etwas an und erhalten das fertige Ergebnis.

Hin und wieder könnte es auch der Fall sein, dass ein komplett weißer Hintergrund nicht allein mit der Tonwertkorrektur erreicht werden kann, da ansonsten die Kosmetikprodukte nicht mehr ihre eigentlich Farbe behalten würden.
Daher ist es immer empfehlenswert, zuerst die Tonwertkorrektur durchzuführen und schließlich den Hintergrund mit der "Hintergrund füllen" Aktion einfach manuell mit einem Klick einzufärben.
Eventuelle Flecken im weißen Hintergrund lassen sich mit dem Pinsel Tool ebenfalls einfach entfernen.

Das wäre also auch schon die Art und Weise, wie ich zu meinen Ergebnissen gelange.
Ich hoffe, mit diesem Post konnte ich Eure Fragen beantworten - falls Ihr noch weitere Fragen zum Thema habt, immer her damit. Ich beantworte sie natürlich wie immer gern (:



Kommentare:

  1. Ein toller und sehr hilfreicher Post, danke! :) Ich fotografiere inzwischen auch mit Din A 3 Papier in meiner Fotobox, aber weil die nicht die richtigen Maße hat, sieht das immer irgendwie doof aus. Da ich eh noch ein paar unbenutzte Leinwände rumliegen habe, werd ich das einfach demnächst mal ausprobieren, auch wenn ich mich mit GIMP noch nicht so recht auskenne ;) (aber da würd ich dann einfach ganz frech auf dein Angebot zurückkommen und dich fragen :P )

    Liebe Grüße
    Nathalie

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    1. Nunja, im Endeffekt funktioniert gimp genauso wie photoshop. Ich habe auch jahrelang gimp benutzt, ehe ich zu Photoshop umgestiegen bin. Photoshop selbst nutze ich erst seit ungefähr einem Monat, demnach kann ich dir bei gimp dann sehr gut weiterhelfen (:

      Freut mich, wenn dir der Post geholfen hat und ich erwarte dein Feedback bezüglich der Leidwände (:

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  2. Super post! Ich spiele mich schon lange mit der Tonwertkorektur rum aber wusste nie so ganz was ich einstellen muss. Werde das demnächst probieren. Ich hab eine Fotobox und hoffe das klappt dann damit endlich! Die hat zwei Leuchtroehren seitlich aber denkst du das klappt auch mit einer Lampe nur von vorne?

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    1. In diesem Fall, wenn du nur von vorne belichten möchtest, müsstest du die Seitenwände bedecken, da sie ansonsten nicht reflektieren, da sie ja durchlässig sind.
      Versuch die Seiten mal mit großen weißen Blättern zu bedecken (:

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    2. Oh hm muß ich mir mal ansehen ob die durchlässig sind Danke!

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  3. Toller Post, so mache ich es auch :)

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    1. Danke (:
      Das ist auch definitiv die beste Methode (:

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  4. Sehr informativ, habe mir den Beitrag direkt als Lesezeichen gespeichert :D

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  5. Sehr schöner Post. Genau so mache ich das auch =)

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  6. tolle Tipps, besonders zur Farbkorrektur :)

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  7. super tutorial. die weißen blätter nehme ich auch immer, aber ich glaube das mit den Leinwänden und der Tageslichtlampe muss ich auch mal bauen.

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    1. Danke (:

      Dann wünsche ich viel Spaß beim nachbasteln (:

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